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VerhandelnJune 14, 2026 · 13 min read

Verhandeln auf Englisch: Redewendungen, Taktiken und Beispiele

Verhandeln auf Englisch Schritt für Schritt: Eröffnung, Angebot, Feilschen, höfliches Nein und Abschluss – mit echten Redewendungen, Erklärungen und Beispielen.

Zwei Geschäftsleute geben sich nach erfolgreichen Verhandlungen die Hand
Foto: Unsplash
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  1. Warum ist Verhandeln auf Englisch anders als auf Deutsch?
  2. Vorbereitung und die Eröffnung der Verhandlung auf Englisch
  3. Wie formulieren Sie Ihre Position und Ihre Anliegen?
  4. Angebote machen und annehmen: das Feilschen auf Englisch
  5. Höflich widersprechen und Nein sagen auf Englisch
  6. Zugeständnisse und konditionale Angebote auf Englisch
  7. Sackgasse und Zeitgewinn meistern
  8. Die Einigung abschließen und festhalten auf Englisch
  9. Die 5 häufigsten Fehler beim Verhandeln auf Englisch
  10. Nützlicher Wortschatz: das Vokabular der Verhandlung
  11. Verwandte Themen: Präsentation und Englisch im Beruf
  12. Wie üben Sie das Verhandeln auf Englisch?

Verhandeln auf Englisch ist eine andere Disziplin als ein Verhandlungsgespräch auf Deutsch. Es ändern sich nicht nur die Vokabeln, sondern auch der Ton, das Tempo und vor allem die Frage, wie direkt Sie aussprechen dürfen, was Sie denken. Wer auf Deutsch souverän feilscht, wirkt auf Englisch schnell zu hart oder umgekehrt zu unsicher – nur weil ihm jene feinen Wendungen fehlen, mit denen Profis ihre Botschaft abfedern.

In diesem Artikel gehen wir jede Phase einer Geschäftsverhandlung gemeinsam durch, von der Vorbereitung bis zum schriftlichen Festhalten der Einigung. Zu jeder Phase bekommen Sie echte, sofort einsetzbare Redewendungen: mit präziser deutscher Erklärung und je einem englischen Beispielsatz. Das Ziel ist nicht, eine Liste auswendig zu lernen, sondern dass Ihnen im richtigen Moment der richtige Satz über die Lippen kommt – auch dann, wenn Sie unter Druck stehen.

Sie lernen, wie Sie eine Verhandlung eröffnen, wie Sie Ihre Anliegen formulieren, wie Sie ein Angebot machen und auf eines reagieren, wie Sie Nein sagen, ohne Ihr Gegenüber zu verprellen, und wie Sie eine Einigung so abschließen, dass später kein Streit darüber entsteht, was eigentlich vereinbart wurde. Am Ende zeigen wir Ihnen, wie Sie all das in den KI-Rollenspielszenarien von Lexovo live üben.

Beim Verhandeln auf Englisch geht es nicht darum, wer härter auftritt. Es geht darum, wer seine Interessen am entschlossensten vertritt – und das in der höflichsten Verpackung.

Warum ist Verhandeln auf Englisch anders als auf Deutsch?

Die angloamerikanische Geschäftskultur erwartet deutlich mehr Abfederung, mehr Indirektheit und mehr Höflichkeitsformeln, als wir es im Deutschen gewohnt sind. Was auf Deutsch sachlich und bestimmt klingt, wirkt auf Englisch oft schroff. Ein erfahrener Verhandler spricht auf Englisch selten etwas nackt aus: Er bettet seine Aussagen in einen höflichen Rahmen ein und lässt damit Raum für das Feilschen und für die Beziehung.

Das wichtigste Muster, das Sie sich schon jetzt einprägen sollten: Der Konjunktiv und die Modalverben (would, could, might) machen Ihre Aussagen weicher und beweglicher. Sie schwächen Sie nicht – im Gegenteil, sie lassen Sie professionell klingen. Schauen Sie sich den Unterschied an.

Die Bausteine der höflichen Verhandlung

I'd like to… (= I would like to)

Ich möchte… Statt des direkten „I want“ ist dies die höfliche Standardform, um ein Anliegen einzuleiten.

I'd like to start by walking you through our main priorities.

We're hoping to…

Wir hoffen, dass… Führt ein Ziel weicher ein als das kategorische „We need“.

We're hoping to reach an agreement on price today.

Would you be open to…?

Wären Sie offen dafür, …? Bringt einen Vorschlag höflich ins Spiel, ohne das Gegenüber in die Enge zu treiben.

Would you be open to a slightly longer contract term?

Correct me if I'm wrong, but…

Korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre, aber… Leitet eine Behauptung oder Deutung behutsam ein und lässt dem anderen Spielraum.

Correct me if I'm wrong, but delivery time is your main concern here.

Was „Hedging“ bedeutet

Der Schlüssel der englischen Verhandlungssprache ist das Hedging, also das Abfedern: kleine Wendungen (a bit, perhaps, I think, sort of, would tend to), die Ihre Aussagen entschärfen. Sie signalisieren keine Unsicherheit, sondern Höflichkeit und Verhandlungsspielraum. Wer das beherrscht, klingt sofort professioneller.

Üben Sie auf Lexovo den Konjunktiv und die Modalverben (would, could, might) in gezielten Grammatik-Drills – sie bilden das Rückgrat der höflichen Verhandlung.

Vorbereitung und die Eröffnung der Verhandlung auf Englisch

Die Verhandlung beginnt schon mit der Vorbereitung. Bevor Sie über Zahlen sprechen, sollten Sie Ihre Ziele auch auf Englisch durchdenken: Was ist das beste realistische Ergebnis, und ab welchem Punkt steigen Sie aus? Dafür lohnt es sich, zwei Grundbegriffe zu kennen: den walkaway point (die Grenze, an der Sie vom Tisch aufstehen) und die BATNA (Best Alternative To a Negotiated Agreement, also Ihre beste Alternative für den Fall, dass keine Einigung zustande kommt).

Die Eröffnung (opening) leistet dreierlei: Sie lockert mit etwas Smalltalk die Stimmung auf, bedankt sich für das Treffen und skizziert die Tagesordnung (agenda). Lassen Sie den Smalltalk nicht weg – in der angloamerikanischen Geschäftskultur ist er keine Zeitverschwendung, sondern der erste Schritt des Beziehungsaufbaus.

Wendungen für Eröffnung und Tagesordnung

Thank you for taking the time to meet with us.

Danke, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben. Ein klassischer, höflicher Einstiegssatz.

Thank you for taking the time to meet with us today – we really appreciate it.

Shall we get started?

Sollen wir anfangen? Ein sanfter Übergang vom Smalltalk zum eigentlichen Teil.

Right, shall we get started? I know we're all busy.

Let me set the agenda for today.

Lassen Sie mich die heutige Tagesordnung skizzieren. Das zeigt Sie strukturiert und vorbereitet.

Let me set the agenda for today: pricing first, then timelines, then next steps.

What would you like to get out of this meeting?

Was möchten Sie aus diesem Treffen mitnehmen? Öffnet die Ziele der Gegenseite und schafft einen kooperativen Ton.

Before we dive in, what would you like to get out of this meeting?

Let's see if we can find some common ground.

Schauen wir, ob wir eine gemeinsame Basis finden. Ein positiver, kooperativer Rahmen für die Verhandlung.

We have a few differences, but let's see if we can find some common ground.

Profi-Tipp: Mit der Tagesordnung führen Sie

Wer die Tagesordnung skizziert, übernimmt unauffällig die Führung in der Verhandlung. Wenn Sie bestimmen, in welcher Reihenfolge wir vorgehen, entscheiden Sie auch, was nach vorne kommt und was bis zum Schluss wartet. Legen Sie sich eine einsatzbereite Agenda-Einleitung in einem Satz auf Englisch zurecht und sprechen Sie sie nach der Eröffnung selbstbewusst aus.

Üben Sie in den KI-Rollenspielszenarien von Lexovo die Eröffnung einer Verhandlung: Der virtuelle Gesprächspartner startet mit Smalltalk, und Sie müssen ihn zur Tagesordnung hinführen.

Wie formulieren Sie Ihre Position und Ihre Anliegen?

In der nächsten Phase machen Sie klar, was Sie wollen (stating your position). Der Trick dabei: Seien Sie bestimmt im Inhalt, aber höflich in der Form. Sagen Sie nicht „I want“ – das ist ein typischer Fehler deutscher Muttersprachler und klingt auf Englisch kindlich oder fordernd. Greifen Sie stattdessen zu Wendungen wie „we're looking for“ oder „our priority is“.

Es lohnt sich, Ihre Interessen (interests) zu formulieren, nicht nur Ihre Position (position). Die Position ist das, was Sie fordern; das Interesse ist das, was dahintersteckt. Wenn Sie auch das Interesse nennen, fällt es der Gegenseite leichter, ein Angebot zu machen, das auch für Sie passt.

Position und Anliegen formulieren

We're looking for…

Wir suchen / wir benötigen… Eine höfliche, neutrale Einleitung für Ihre Anliegen.

We're looking for a partner who can scale with us.

Our priority is…

Unsere Priorität ist… Legt fest, was am wichtigsten ist, und hilft, das Feilschen zu fokussieren.

Our priority is reliable delivery; price comes second to that.

What matters most to us is…

Was uns am wichtigsten ist… Hebt Ihr Interesse hervor, nicht nur Ihre Forderung.

What matters most to us is a long-term relationship.

We're flexible on X, but firm on Y.

Bei X sind wir flexibel, bei Y bleiben wir fest. Macht deutlich, wo Spielraum ist und wo nicht.

We're flexible on timing, but firm on the scope of the project.

From our side, the deal-breaker would be…

Von unserer Seite wäre der Knackpunkt, wenn… Markiert die Grenze, ohne zu drohen.

From our side, the deal-breaker would be anything that delays the launch.

Häufiger deutscher Fehler: das „I want“

Auf Deutsch ist „Ich will“ ganz normal, und viele übersetzen es wörtlich: „I want a discount.“ Auf Englisch klingt das schroff und fordernd. Ersetzen Sie es stets durch eine höfliche Form: „I'd like to discuss a discount“ oder „We're looking for a better price.“ Gleicher Inhalt, professionellere Wirkung.

Angebote machen und annehmen: das Feilschen auf Englisch

Jetzt ist die Zeit des Feilschens (bargaining): Sie machen Angebote und reagieren auf welche (making and responding to offers). Hier zählen zwei Dinge. Erstens: Verpacken Sie Ihre Angebote in einer weichen, konditionalen Form, denn so lässt sich leichter wieder davon abrücken. Zweitens: Nehmen Sie niemals ein erstes Angebot sofort an, selbst wenn es gut ist – in der angloamerikanischen Verhandlungskultur ist die erste Zahl fast immer ein Ausgangspunkt, kein Endpreis.

Ein paar nützliche Begriffe: Eine ballpark figure ist eine ungefähre Größenordnung, ein sticking point ist ein Detail, an dem das Feilschen hängenbleibt, und to haggle bezeichnet das kleinliche Feilschen um den Preis (oft leicht abwertend, mit dem Beiklang vom Markt).

Wendungen für Angebot und Feilschen

We'd be willing to… if…

Wir wären bereit, …, wenn… Die Grundform des konditionalen Angebots: Sie geben etwas, verlangen aber etwas im Gegenzug.

We'd be willing to commit to two years if you can hold this price.

Can you give me a ballpark figure?

Können Sie mir eine grobe Größenordnung nennen? Nützlich, wenn Sie das Preisniveau der Gegenseite noch nicht kennen.

Before we go further, can you give me a ballpark figure?

That's a bit higher than we expected.

Das ist etwas höher, als wir erwartet hatten. Eine höfliche Art, zu signalisieren, dass der Preis zu hoch ist.

Honestly, that's a bit higher than we expected for this scope.

Where do you see the price ending up?

Wo sehen Sie den Preis am Ende landen? Bittet das Gegenüber behutsam, sich zuerst zu bewegen.

We're not far apart – where do you see the price ending up?

Let me come back to you with a counteroffer.

Lassen Sie mich mit einem Gegenangebot auf Sie zurückkommen. Gewinnt Zeit und zeigt, dass Sie diese Zahl nicht akzeptieren.

I can't agree to that today, but let me come back to you with a counteroffer.

Profi-Tipp: Fragen Sie, statt nur anzubieten

Ein guter Verhandler fragt mehr, als er behauptet. Fragen wie „Where do you see the price ending up?“ oder „What would make this work for you?“ legen den tatsächlichen Spielraum der Gegenseite offen – und oft spricht sie das Zugeständnis selbst aus, auf das Sie ohnehin gehofft hatten.

Lernen Sie auf den Vokabelkarten von Lexovo die Schlüsselbegriffe des Feilschens (ballpark figure, counteroffer, sticking point) – mit Wiederholungskarten sitzen sie in wenigen Tagen.

Probieren Sie die Verhandlungslektionen kostenlos aus

Das erste Kapitel von Lexovo ist gratis – probieren Sie es aus: Vokabelkarten, Grammatik-Drills und ein KI-Verhandlungsszenario, in dem Sie diese Redewendungen live üben. Ohne Verpflichtung, sehen Sie einfach, wie Sie sich in einer echten englischen Verhandlung fühlen.

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Höflich widersprechen und Nein sagen auf Englisch

Der Kern einer Verhandlung ist oft das Neinsagen (pushing back) – aber so, dass das gute Verhältnis erhalten bleibt. Das Englische ist hier besonders fein: Ein nacktes „No“ hören Sie selten. Stattdessen wird zunächst der Standpunkt des anderen anerkannt, erst danach kommt der eigene Einwand. Man nennt das „acknowledge, then push back“.

Das bewährte Muster: zuerst ein anerkennender Satz („I see your point“), dann ein weiches Bindewort („but“, „however“, „that said“), schließlich Ihr Einwand. So klingt das Nein nicht nach Ablehnung, sondern nur nach einem weiteren Schritt in der Verhandlung.

Höflicher Einwand und Absage

I see your point, but…

Ich verstehe, worauf Sie hinauswollen, aber… Der klassische weiche Einwand: erst anerkennen, dann widersprechen.

I see your point, but a 20% increase is hard for us to justify internally.

That's going to be difficult for us.

Das wird für uns schwierig. Ein höfliches, indirektes Nein, das Raum für weiteres Feilschen lässt.

Committing to that volume this quarter is going to be difficult for us.

I'm not sure that works on our end.

Ich bin nicht sicher, ob das auf unserer Seite funktioniert. Eine weiche Absage mit Verweis auf die eigene Seite.

I'm not sure that payment schedule works on our end, to be honest.

I hear you, but we'd need to see some movement on price.

Ich verstehe Sie, aber wir müssten etwas Bewegung beim Preis sehen. Erst anerkennen, dann eine klare Bedingung stellen.

I hear you, but we'd need to see some movement on price before we sign.

Let me be candid with you.

Lassen Sie mich offen sein. Leitet das Klartextreden ein und bleibt dabei höflich.

Let me be candid with you: that number is over our budget.

Meiden Sie das nackte „No“ und das „You must“

Deutschen Verhandlern rutscht leicht ein direktes „No, that's not possible“ oder „You must lower the price“ heraus. Auf Englisch wirkt beides aggressiv. Tauschen Sie es aus: „That's going to be difficult for us“ beziehungsweise „We'd really need a lower price to make this work.“ Der Inhalt darf hart bleiben, die Form gehört weich verpackt.

Die Verhandlungs-Rollenspielszenarien von Lexovo sind genau auf diese Fähigkeit ausgelegt: Der virtuelle Partner übt Druck aus, Sie müssen höflich, aber bestimmt ablehnen – und bekommen sofort Rückmeldung zu Ihrem Ton.

Zugeständnisse und konditionale Angebote auf Englisch

Das Zugeständnis (concession) ist der Motor jeder Verhandlung. Ein erfahrener Verhandler verschenkt nichts: Er knüpft jedes Zugeständnis an eine Gegenleistung. Dafür gibt es die Konditionalstruktur („if… then…“) und die Wendung „on the condition that“. So zeigen Sie keine Schwäche, sondern handeln.

Die Grammatik des konditionalen Angebots

Auf Englisch ist die „if… then…“-Struktur das Herz der Verhandlung. Am häufigsten ist der Konditionalsatz Typ I (real conditional): „If you order more, we'll lower the price.“ Präsens im if-Teil, will im Hauptsatz. Das drückt ein konkretes, realistisches Angebot aus. Wenn Sie vorsichtiger, konjunktivischer formulieren wollen, kommt Typ II ins Spiel: „If you were to order more, we'd lower the price.“

Wendungen für Zugeständnis und Bedingung

If you can do X, then we can do Y.

Wenn Sie X tun können, dann können wir Y tun. Die Grundform des Zugeständnistauschs.

If you can sign by Friday, then we can include onboarding for free.

…on the condition that…

…unter der Bedingung, dass… Eine formellere Art, ein Zugeständnis an eine Bedingung zu knüpfen.

We can offer a discount, on the condition that you commit to a two-year term.

We can meet you halfway.

Wir können Ihnen auf halbem Weg entgegenkommen. Ein Kompromissangebot, das fair wirkt.

We're apart on price, but I think we can meet you halfway.

That's the best I can do.

Mehr kann ich Ihnen nicht anbieten. Signalisiert, dass Sie Ihre Grenze erreicht haben – vorsichtig einsetzen, denn danach ist ein Rückzug schwer.

I've taken 10% off already – honestly, that's the best I can do.

Let's not give that away for nothing.

Verschenken wir das nicht umsonst. (Eine innere Denkhaltung.) Erinnert daran: Verlangen Sie für jedes Zugeständnis eine Gegenleistung.

We could extend the warranty, but let's not give that away for nothing.

Häufiger deutscher Fehler: das zu schnelle Zugeständnis

Viele geben überstürzt beim Preis nach, nur um die peinliche Stille zu überbrücken. Auf Englisch ist das besonders gefährlich, denn die angespannte Pause setzt der erfahrene Verhandler ganz bewusst als Taktik ein. Füllen Sie sie nicht. Wenn Sie nachgeben, verlangen Sie immer etwas im Gegenzug: „If we do that, then…“

Unter den Grammatik-Drills von Lexovo gibt es einen eigenen Block zu den Konditionalsätzen (first und second conditional) – genau zur „if… then…“-Struktur, die das Fundament der Zugeständnisse bildet.

Sackgasse und Zeitgewinn meistern

In jeder ernsthaften Verhandlung gibt es einen Punkt, an dem das Feilschen festfährt – das ist der deadlock (die Sackgasse) oder der stalemate (die Pattsituation). Hier zeigt sich der Profi daran, dass er die Sache nicht weiter zuspitzt, sondern einen Schritt zurücktritt und die Lage neu rahmt. Der Satz „let's take a step back“ ist Gold wert: Er führt das Gespräch zu den gemeinsamen Zielen zurück und verschafft beiden Seiten Luft.

Manchmal müssen Sie Zeit gewinnen, weil Sie nicht sofort entscheiden wollen oder können. Dafür gibt es höfliche Formeln, mit denen Sie etwas aufschieben, ohne ablehnend zu wirken. Die Wendungen to buy time (Zeit gewinnen) und to sleep on it (eine Nacht über eine Entscheidung schlafen, bevor man antwortet) sind dabei nützliche Begriffe.

Wendungen für Sackgasse und Zeitgewinn

Let's take a step back.

Treten wir einen Schritt zurück. Rahmt das Gespräch neu, wenn es festgefahren oder eskaliert ist.

Let's take a step back and remind ourselves what we both want from this.

It feels like we've hit a bit of a deadlock.

Es fühlt sich an, als wären wir etwas in einer Sackgasse. Benennt das Problem, ohne Schuld zuzuweisen.

It feels like we've hit a bit of a deadlock on price – can we look at the package instead?

Can we park this for now and come back to it?

Können wir das vorerst zurückstellen und später darauf zurückkommen? Nimmt einen festgefahrenen Punkt vorübergehend von der Tagesordnung.

Can we park the warranty question for now and come back to it after lunch?

I'd like to sleep on it.

Ich möchte eine Nacht darüber schlafen. Ein höflicher Zeitgewinn, wenn Sie nicht an Ort und Stelle entscheiden wollen.

It's a big commitment, so I'd like to sleep on it and get back to you tomorrow.

Let me run this by my team and get back to you.

Lassen Sie mich das mit meinem Team abstimmen, dann melde ich mich. Ein legitimer Aufschub, der nicht nach Ablehnung klingt.

That's an interesting offer – let me run this by my team and get back to you by Thursday.

Profi-Tipp: Die Stille ist Ihr Verbündeter

Wenn Sie in einer Sackgasse stecken, füllen Sie nicht jede Pause mit Worten. Eine kurze, ruhige Stille nach einem „Let me think about that for a second“ wirkt oft stärker als weitere Argumente. Auf Englisch ist selbstbewusstes Schweigen eine genauso kräftige Botschaft wie ein gut formulierter Satz.

Die Einigung abschließen und festhalten auf Englisch

Der Abschluss (closing) ist die Phase, in der Sie zusammenfassen, worauf Sie sich geeinigt haben, und es schriftlich festhalten (confirming). Genau hier geht so manche Verhandlung schief: Mündlich nicken alle, danach stellt sich heraus, dass jeder etwas anderes gemeint hat. Deshalb wiederholt der Profi stets den Kern der Einigung und bittet darum, ihn schriftlich festzuhalten. Der Satz „let's put that in writing“ ist hier entscheidend.

Nützliche Begriffe für den Abschluss: to seal the deal (das Geschäft besiegeln), next steps (die nächsten Schritte) und deliverables (die konkreten zu liefernden Ergebnisse). Ein guter Abschluss benennt zu jedem Schritt immer einen Verantwortlichen und eine Frist.

Abschluss und Bestätigung

So, just to confirm…

Also, nur zur Bestätigung… Leitet die Zusammenfassung der Einigung ein, damit keine Missverständnisse entstehen.

So, just to confirm: 12 months, monthly billing, free onboarding. Is that right?

Let's put that in writing.

Halten wir das schriftlich fest. Schützt beide Seiten vor späteren Missverständnissen.

Great, we have a deal – let's put that in writing before we leave.

I'll send over a summary of what we agreed.

Ich schicke Ihnen eine Zusammenfassung des Vereinbarten. Ein höflicher und proaktiver Abschluss.

I'll send over a summary of what we agreed by end of day, so we're all aligned.

What are the next steps?

Was sind die nächsten Schritte? Überführt die Einigung ins Handeln, mit Verantwortlichen und Fristen.

Sounds good. What are the next steps, and who owns each one?

I think we've got a deal.

Ich glaube, wir sind uns einig. Ein positiver, eindeutiger Abschlusssatz.

If you're happy with those terms, then I think we've got a deal.

Verlassen Sie sich nie auf die mündliche Zusage

Der häufigste Verhandlungsfehler: Alle schütteln sich zufrieden die Hände, aber niemand hält die Details fest. Schließen Sie immer mit einer Zusammenfassung und einer schriftlichen Bestätigung ab: „I'll send over a summary of what we agreed.“ Das ist kein Misstrauen, sondern Professionalität.

Eine Verhandlung endet nicht, wenn Sie sich die Hand geben, sondern wenn beiden Seiten dasselbe schwarz auf weiß vorliegt.

Die 5 häufigsten Fehler beim Verhandeln auf Englisch

Auch erfahrene Fachleute tappen beim Verhandeln auf Englisch immer wieder in dieselben Fallen. Das sind keine Sprachkenntnis-Probleme, sondern kulturelle und stilistische Stolpersteine – und genau deshalb lassen sie sich leicht beheben, sobald man sich ihrer bewusst ist.

  1. Zu direkte Formulierung: „I want“ statt „I'd like“, „No“ statt „I see your point, but…“. Der Inhalt darf hart bleiben, die Form gehört weich verpackt.
  2. Den Smalltalk weglassen: gleich mit den Zahlen einzusteigen, wirkt in der angloamerikanischen Kultur kalt und ungeduldig. Nehmen Sie sich zwei Minuten Zeit.
  3. Zu schnelles Zugeständnis: die peinliche Stille mit einem Preisnachlass zu füllen. Die Stille ist ein Verhandlungsinstrument, füllen Sie sie nicht selbst.
  4. Modalverben meiden: Ohne would, could, might klingen Ihre Sätze wie Befehle. Diese Verben federn Ihre Botschaft ab.
  5. Die Einigung nicht schriftlich festhalten: Mündlich sind sich alle einig, danach gibt es Streit um die Details. Schicken Sie immer eine Zusammenfassung.

Profi-Tipp: Legen Sie sich ein „Weichmacher-Set“ zu

Lernen Sie vier bis fünf universelle Abfederungswendungen und setzen Sie sie automatisch ein: „I'd say…“, „It might be worth…“, „Would you be open to…?“, „I see where you're coming from, but…“. Diese funktionieren in jeder Verhandlung und lassen Sie sofort professioneller klingen.

Nützlicher Wortschatz: das Vokabular der Verhandlung

Zum Schluss noch ein paar Grundbegriffe, die jeder auf Englisch verhandelnde Profi kennen sollte. Diese Wörter tauchen im Lauf einer Geschäftsverhandlung immer wieder auf, und wenn Sie sie mühelos verwenden, wirken Sie deutlich souveräner.

Grundvokabular der Verhandlung

stakeholder

Eine beteiligte Partei oder ein Entscheidungsträger, der ein Interesse an der Sache hat.

I'll need to check this with the other stakeholders before we commit.

leverage

Verhandlungsmacht, Trumpf; der Faktor, der Sie in eine stärkere Position bringt.

Having two competing offers gives us a lot of leverage here.

to compromise

Einen Kompromiss schließen, beidseitig nachgeben. (Achtung: Hier schwingt kein negativer Beiklang mit wie beim deutschen „kompromittieren“.)

Neither side got everything, but we were both willing to compromise.

win-win

Eine Lösung, von der beide Seiten profitieren; das ideale Verhandlungsergebnis.

It's a win-win: you get faster delivery, we get a longer contract.

to seal the deal

Das Geschäft besiegeln beziehungsweise endgültig abschließen.

A small discount on the last item should seal the deal.

the bottom line

Der Kern der Sache beziehungsweise das Endergebnis (im übertragenen wie im finanziellen Sinne).

The bottom line is we can't go below this price and stay profitable.

Eine zuverlässige Quelle zum Prüfen der Redewendungen

Wenn Sie sich bei der genauen Bedeutung oder der Konstruktion einer Wendung unsicher sind, lohnt sich ein klar aufgebautes Wörterbuch voller Beispielsätze, etwa dictionary.cambridge.org. Die kontextbezogenen Beispiele helfen Ihnen, Fehler aus Wort-für-Wort-Übersetzungen zu vermeiden.

In den Leseaufgaben von Lexovo filtern Sie die im Kontext verwendeten Wendungen aus echten Verhandlungs-E-Mails und Dialogen heraus – so lernen Sie den Wortschatz nicht aus einer Liste, sondern aus lebendigem Text.

Verwandte Themen: Präsentation und Englisch im Beruf

Eine Verhandlung steht selten für sich allein. Oft führt eine Präsentation zu ihr hin, und auch außerhalb des Verhandlungsraums müssen Sie die alltägliche Kommunikation am Arbeitsplatz auf Englisch meistern. Wenn Sie sich auch auf diesen Feldern weiterentwickeln möchten, lohnt sich die Lektüre unserer dazugehörigen Artikel.

Lesen Sie unseren Artikel Präsentation auf Englisch, wenn Sie auch Ihren Auftritt vor der Verhandlung auf Profi-Niveau bringen wollen.Unser Artikel Englisch im Beruf bündelt die Wendungen der täglichen Bürokommunikation – eine gute Grundlage für die Verhandlungssprache.

Wie üben Sie das Verhandeln auf Englisch?

Die Verhandlungswendungen zu verstehen, reicht nicht aus. Sie müssen sie automatisieren, damit sie Ihnen auch unter Druck über die Lippen kommen. Dafür braucht es drei Arten des Übens: das Festigen des Wortschatzes, das Einschleifen der grammatischen Strukturen und – am wichtigsten – das Simulieren der echten Situation. Auf Lexovo finden Sie alle drei an einem Ort.

  • Vokabelkarten: Die Verhandlungswendungen (ballpark figure, counteroffer, deal-breaker) sitzen mit Wiederholungskarten in wenigen Tagen.
  • Grammatik-Drills: das gezielte Üben der Konditionalsätze und der Modalverben (would, could, might) – sie sind das Rückgrat der Höflichkeit.
  • Hörverstehen: Anhand echter Verhandlungsdialoge üben Sie, wie das Feilschen und der höfliche Einwand live klingen.
  • KI-Rollenspielszenarien: Mit einem virtuellen Partner führen Sie eine komplette Verhandlung durch und erhalten sofortige Rückmeldung zu Ihrem Ton und Ihren Wendungen.
Das wirksamste Üben sind die KI-Verhandlungs-Rollenspielszenarien von Lexovo: Sie feilschen live mit einem virtuellen Partner, der Druck ausübt, Gegenangebote macht und Sie auf die Probe stellt, wie höflich und bestimmt Sie bleiben.

Das Schöne daran: Sie müssen nicht blind ins kalte Wasser springen. Das erste Kapitel von Lexovo ist kostenlos, sodass Sie den Verhandlungswortschatz, die Grammatik-Drills und ein komplettes KI-Rollenspielszenario ausprobieren können, bevor Sie irgendetwas bezahlen. Nach ein paar Übungsrunden werden Sie merken, dass Ihnen die passenden englischen Wendungen in der nächsten echten Verhandlung von selbst kommen.

Das erste Kapitel ist gratis – probieren Sie es jetzt aus

Üben Sie das Verhandeln auf Englisch in einem KI-Rollenspielszenario, mit Vokabelkarten und Grammatik-Drills. Das erste Kapitel ist komplett kostenlos, die Anmeldung dauert nur ein paar Minuten, und Sie üben genau die Wendungen, die Sie in diesem Artikel gelernt haben.

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